Was Sie über Vogelhäuser wissen müssen! 24.03.2017 10:50

Nicht alle Vögel fliegen in den Wintermonaten in den warmen Süden. Viele heimische Vogelarten überwintern in unseren Breiten. Die Kälte verlangt Ihnen dabei einiges ab und die Futtersuche ist in dieser Zeit besonders schwierig, da die natürlichen Nahrungsquellen rar sind.

Vogelhäuser erweitern das Nahrungsangebot für Wildvögel und helfen somit direkt, das Überleben von heimischen Vögeln zu sichern. Weiters lassen sich die Vögel durch die gezielte Fütterung aus nächster Nähe bei der Nahrungsaufnahme beobachten und bringen so Leben in die stillen Wintergärten. Und nicht zuletzt sind Vogelhäuser auch eine schöne Dekoration für Balkon und Garten.

Die 10 wichtigsten Fakten zu Vogelhäusern:

  1. Vogelhäuser mit Standfuß nur wenn Umgebung gut einsehbar ist
  2. Hängende Vogelhäuser auch für Balkone und kleinere Terrassen geeignet
  3. Futtersilos nur für Körnerfutter
  4. Größere oder mehrere kleinere Vogelhäuser verringern Futterstreitigkeiten zwischen Vögeln
  5. Hochwertiges Material erhöht die Lebensdauer des Vogelhäuschens
  6. Großer Dachüberstand schützt Futter vor Feuchtigkeit
  7. Keine salzhaltigen oder gewürzte Speisen wie Essensreste, Wurst oder Käse füttern
  8. Vogelhäuser bereits vor Wintereinbruch aufstellen
  9. Ganzjährige Fütterung sinnvoll, wenn natürliches Nahrungsangebot nicht ausreicht (z.B. in Ballungsräumen)
  10. Beachten Sie die Hygiene im Futterhaus

Welches Vogelhaus soll ich nehmen?

Bei der Auswahl sollten Sie vor allem auf folgende Punkte achten:

Vogelhäuser mit Standfuß: Sie benötigen ausreichend Platz und der Bereich rund um das Vogelhaus sollte gut einsehbar sein. Das gibt den Vögeln Sicherheit und schützt Sie vor natürlichen Feinden wie Madern oder Hauskatzen. Zum weiteren Schutz der Vögel sollten die Futterhäuser mindestens auf einer Höhe von 1,5 Meter montiert sein. Auch Glasscheiben sollten nicht in der Nähe sein. Sie werden von den Vögeln oft übersehen und führen so zu Verletzungen.

Vogelhäuser zum Hängen: Diese Futterhäuser sind in Ihrem Einsatz flexibler und auch für kleinere Bereiche wie Balkon oder Terrasse bestens geeignet. Sie können an Wänden, Ästen, Baumstämmen oder Balkongittern montiert werden.

Material: Damit Sie nicht nur eine Saison Freude mit Ihrem Vogelhaus haben, sollten Sie auf eine gute Verarbeitung und hochwertige Materialien achten. Vogelhäuser aus massivem Holz oder Kunststoff sind wesentlich langlebiger als Modelle aus Sperrholz oder einfachen Spanplatten. Eine Lasierung mit Holzschutzfarbe und ein Bitumendach erhöhen ebenfalls die Lebensdauer von Holzhäusern. Bunte Modelle sind äußerst dekorativ und sorgen am aufgestellten Ort für eine schöne Optik. Für Vögel ist ein farbiger Anstrich allerdings nicht relevant. Für sie zählt allein das zusätzliche Futterangebot.

Größe: Umso größer das Vogelhaus, umso mehr Vögel können gleichzeitig Landen und kommen an das Futter. Das mindert Streitigkeiten um das Futter zwischen verschiedenen Vogelarten. Alternativ können Sie auch mehrere kleinere Futterstellen anbieten. So bekommen alle Besucher genügend Futter. Achten Sie weiters auf eine großzügige Überdachung des Futterplatzes. Wird das Futter feucht, fängt es leicht zu schimmeln an.

Futterart: Sie können den Vögeln entweder Weichfutter (z.B. Haferflocken, Obst, Rosinen, …) oder Körnerfutter anbieten (z.B. Sonnenblumenkerne, Hanf, …) Vor allem für Körnerfutter sind sogenannte Futtersilos bzw. Futterzylinder geeignet, da Körner besser nachrutschen.

Wann soll ich mein Vogelhaus aufstellen?

Stellen Sie Ihr Vogelhaus noch vor Wintereinbruch (September/Oktober) auf, damit die Vögel in Ihrer Umgebung die neue Futterstelle rechtzeitig ausfindig machen können. Wenn das natürliche Nahrungsangebot zur Neige geht, wissen die Vögel dann bereits, wo Sie Ihr Futterhaus finden und kommen gerne zurück.

Welches Vogelfutter ist für welche Vögel das richtige?

Artgerechtes und ausgewogenes Vogelfutter können Sie entweder im Handel kaufen, oder selbst zusammenstellen. Sie sollten das Futter aber auf jeden Fall auf die Vogelart abstimmen, für welche es gedacht ist.

Körnerfresser haben einen sehr kräftigen Schnabel, damit Sie an das Innere der Körner gelangen. Zu Ihnen zählen unter anderem Meisen, Grünfink, Buchfink, Haussperling, Spechte, Ammern, Gimpel und Kleiber. Am besten ist eine abwechslungsreiche Kornmischung wie Hafersamen, Mohn, Haselnüsse, Erdnüsse, Wahlnüsse und besonders ölhaltige Sonnenblumenkerne und Hanfkörner. 

Weichfresser haben einen schlanken, spitzen Schnabel und sind auf das Aufpicken von Insekten und Würmern spezialisiert. Weichfutter werden bevorzugt von Amsel, Zaunkönig, Rotkehlchen, Heckenbraunelle, Zaunkönig, Stare oder Buntspechte. Zu empfehlen sind vor allem Haferflocken, gemahlene Nüsse, geschnittenes Obst oder Rosinen.

Manche Vögel kommen auch mit Körner- und Weichfutter zurecht. Dazu zählen unter anderem Meisen, Spechte und Kleiber

Auf keinen Fall sollten Sie salzhaltige oder gewürzte Speisen füttern. Essensreste, Wurst, Käse oder reines Fett ist extrem schädlich und kann zum Tod der Tiere führen. Auch eine Vogeltränke ist nicht unbedingt notwendig, da die heimischen Vögel auch im Winter genügend Wasser vorfinden.

Achten Sie auch auf die Hygiene im Vogelhaus. Entfernen Sie Futterreste und Kotrückstände regelmäßig um Infektionen vorzubeugen.


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